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Turnen hält fit bis ins hohe Alter

Seit 20 Jahren besteht die Seniorengymnastikgruppe des Roten Kreuzes in St. Ingbert

Jeden Mittwochnachmittag treffen sich die Seniorinnen der DRK-Gymnastikgruppe zum Turnen. Dabei geht es natürlich nicht nur um die sportliche Betätigung, sondern auch ums Plaudern. Elf Frauen kommen regelmäßig zum Turnen, davon sind fünf bereits von Anfang an dabei.

Jubilum_Gymnastikgruppe

Von SZ-Mitarbeiterin Cornelia Jung

St. Ingbert. Am vergangenen Mittwoch ließ eine eingeschworene Gymnastikgruppe das Training kurzerhand ausfallen, um sich selbst zu feiern. Die Seniorinnen, die sich beim Bewegungsprogramm des Deutschen Roten Kreuzes in St. Ingbert fit halten, begingen das 20-jährige Jubiläum ihrer DRK-Gymnastikgruppe. Mittlerweile 20 Jahre ist es her, dass diese Gruppe mit 28 Turnbegeisterten gegründet wurde und auch heute noch sind fünf Frauen der ersten Stunde mit dabei. Die Trainerin Ursula Fischer ist ein Urgestein bei den Damen, denn sie ist in dieser Funktion von Anfang an mit von der Partie. Am Anfang betreute sie noch Gruppen in Gräfinthal, Ormesheim und Hassel, brachte sie auf einen sportlichen Weg und leistete somit Hilfe zur Selbsthilfe. „Erst habe ich die Gruppen gegründet und dann bin ich weg“, lacht die 69-Jährige, die keineswegs die Flucht angetreten hat. Vielmehr konzentrierte sie ihre Arbeit auf St. Ingbert.

„Neben dem sportlichen ist auch der kommunikative und soziale Aspekt bei solchen Trainingsgruppen nicht zu verachten“, sagte Gratulantin Claudia Ruppert, die beim DRK-Landesverband unter anderem für die Gesundheitsförderung verantwortlich ist. Ursula Fischer liebt ihren „Job“, den sie ehrenamtlich versieht. „Was soll ich denn auch sonst machen?“, so die sympathische Seniorin. Faulenzen ist nicht ihr Ding. Einmal im Jahr machen die aktiven Frauen, die jetzt zu elft sind, eine Tagesfahrt, die alle sehr genießen. Wie eng die Frauen miteinander verbunden sind zeigt unter anderem die Tatsache, dass kein anderer diese Fahrt organisieren „durfte“ als die Chefin selbst.

Älteste Teilnehmerin ist 88

„Das wäre ja nicht das Gleiche, wenn sie das nicht plant und nicht mitkommt“, so eine der Frauen. Also fiel die Fahrt kurzerhand aus. Doch in diesem Jahr wird es eine Fahrt geben, wie der Vorsitzende des Ortsvereins St. Ingbert des DRK, Michael Usner, den „Geburtstagskindern“ mitteilte. Um die Gemeinschaft zu stärken, soll es, „wie's früher war“, gemeinsam mit dem Jugendrotkreuz und den Aktiven an einen Platz gehen, der allen Generationen gefällt und leicht zugänglich ist. „Da nehm' ich das Scheesje mit“, kam prompt von einer der Frauen. Dass man auch mit Rollator, steifen Gelenken oder im hohen Alter nicht dem Sport abschwören muss, beweisen die sportlichen „Mädels“ des DRK, deren älteste 88 Jahre alt ist. Jeden Mittwochnachmittag wird eine Stunde in den DRK-Räumen in der St. Ingberter Reinhold-Becker-Straße trainiert, mit Hanteln, Bällen, Therabändern oder Reifen. „Nur Matten und Pezzibälle brauchen wir nicht mehr“, so die Trainerin. Das Turnen auf dem Boden ist für manch eine zu beschwerlich und die großen Bälle wegen des zu haltenden Gleichgewichts nicht geeignet.

„In unserer Stunde wird viel gelacht und man erfährt immer das Neueste. Und ein Arzt hat mir mal gesagt, dass die Adern durch unsern Sport elastischer sind“, so Fischer. Wenn das kein Grund zum Weitermachen ist.