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Zahl der Blutspender in St. Ingbert geht zurück

Am Montag, den 12.07.2010, findet im Rot-Kreuz Zentrum, Reinhold-Becker Str. 2, St. Ingbert von 09.30 - 15.00 Uhr die nächste Blutspende-Aktion statt.
 
Trotz der wichtigen Bedeutung der Blutspende verzeichnet der DRK-Ortsverein St. Ingbert, der regelmäßig Blutspendetermine anbietet, schon länger zurückgehende Spenderzahlen. Vor allem jüngere Generationen finden immer seltener den Weg zur Blutspende. Auf Dauer könnte es dadurch in Akutfällen zu Engpässen kommen. Damit nicht Sie Morgen davon betroffen sind, anschließend eine ausführliche Beschreibung über  die Bedeutung und den Ablauf einer Blutspende.
 
Im Frühjahr 2010 startet das Deutsche Rote Kreuz eine neue Kampagne, die das Thema Blutspende auf berührende und involvierende Art und Weise darstellt. Unter dem Motto: „Schenke Leben, spende Blut.“ Vier Worte, die die Verantwortung der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes auf den Punkt bringen.
 
Jeder weiß, wie wichtig es ist, Blut zu spenden. Doch wird leicht aus den Augen verloren, was es für die Menschen bedeutet, die eine Blutspende erhalten. Denn: Sie erhalten das wohl wertvollste Geschenk, das sie bekommen können – ihr Leben. Mit der Blutspende schenkt der Spender Leben. Und der Empfänger wird somit neu geboren.
 
Über die Blutspende
 
Bereits im Altertum wurde Blut als Verjüngungstrank verwendet; eine erfolgreiche Blutübertragung von Mensch zu Mensch gelang allerdings erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach der Entdeckung der Blutgruppen A, B, AB und 0 konnten 1914 erste Blutkonserven hergestellt werden.
 
Im Juli 1962 wurde der Blutspendedienst des Roten Kreuzes in Bad Kreuznach geschaffen, heute versorgt er in Rheinland-Pfalz und im Saarland 180 Krankenhäuser mit den notwendigen Blutkonserven. Hierzu werden täglich ca. 800 Blutkonserven benötigt, die durch die lobenswerte Bereitschaft vieler Frauen und Männer zur freiwilligen Blutspende aufgebracht werden. Durch die gemeinnützige Gesellschaftsform der DRK-Blutspendedienste ist sichergestellt, dass mit der Entgegennahme, Verarbeitung und Abgabe von Blut kein Gewinnstreben verfolgt wird.
 
Dafür bedankt sich der DRK-Ortsverein e.V. bei seinen treuen Spendern!
 
Bei der Versorgung der Krankenhäuser ist der DRK-Blutspendedienst auch in Zukunft auf ihre Mithilfe angewiesen. Da jedoch viele langjährige Spender bald aus Altersgründen nicht mehr spenden dürfen, muss verstärkt die jüngere Generation zur Blutspende motiviert werden.
 
Entscheidend für diese Motivation ist die Ausräumung von unbegründeten Ängsten und Vorurteilen, was die Risiken bei einer Blutspende und deren konkreten Ablauf angeht.
 
Ablauf einer Blutspende in St. Ingbert
 
Das Deutsche Rote Kreuz, Ortsverein St. Ingbert e.V. führt jährlich 8 Blutspenden (4 in der Stadthalle und 4 im Rot-Kreuz Zentrum, Reinhold-Becker Str. 2, St. Ingbert) durch.
 
Eine Blutspende in St. Ingbert beginnt – aus der Sicht eines Spenders – mit der Anmeldung und der Kontrolle der Personalien bzw. der Registrierung der Personalien bei einem Neuspender. Dann wird der "Blutspendenbogen" ausgehändigt. Dieser enthält alle wichtigen Daten zur Person des Spenders und wird noch mit wichtigen Angaben zum derzeitigen Gesundheitszustand, wie zum Beispiel aktuell durchgeführte Impfungen, einzunehmende Medikamente, bestehende Infekte oder Erkrankungen usw., ergänzt.. Anschließend entscheidet der Spender mittels einem anonymen "Selbstausschluss", ob sein Blut überhaupt verwendet werden darf, zum Beispiel bei dem Risiko einer bestehenden Infektion mit dem HI-Virus.
 
Danach geht es zur Blutdruckmessung im Rahmen der ärztlichen Voruntersuchung. Hier können noch bestehende Zweifel ausgeräumt und noch offenen Fragen beantwortet werden, wie zum Beispiel, ob eine Blutspende trotz der Einnahme eines bestimmten Medikaments möglich ist oder nicht.
 
Als nächstes wird dem Spender ein Getränk angeboten, um den Flüssigkeitsverlust schon vorbeugend auszugleichen. Nun folgt die "Labor"-Station, an welcher der Spender seinen Stempel in den Blutspende- und Unfallhilfe-Pass bekommt. Außerdem wird die Temperatur – durch moderne Technik im Ohr – sowie der Hb-Wert mit einem winzigen Piecks in den Finger oder das Ohr gemessen.
 
Nachdem die Messreihe beendet und der Gesundheitszustand endgültig festgestellt ist, erfolgt das Aufrufen zur eigentlichen Spende durch DRK-HelferInnen und das begleiten zu einem freien Spenderplatz, sowie das Vorbereiten der Venen-Punktion, der Waage und des Entnahme-Systems. Daraufhin punktiert ein Arzt des Blutspendedienstes eine Vene in der linken oder rechten Ellenbeuge und die eigentliche Blutspende beginnt.
 
Wie bitte? Angst vor dem Piecks ? Es gibt Schlimmeres!
 
Nach ungefähr 7 Minuten ist der Beutel voll und die eigentliche Blutspende schon beendet. Jetzt wird noch ein Druckverband auf die punktierte Vene angelegt und 500 ml, ein Pfund leichter, wird man durch DRK-HelferInnen in die Ruhezone begleitet, um sich etwas auszuruhen und neue Kräfte sammeln zu können.
 
Anschließend kann noch eine Stärkung in Form von Wurst- und Käsebrötchen mit Kaffee oder anderen Getränken eingenommen werden. Als kleines Dankeschön erhält der Spender noch eine Tafel Schokolade und Kekse.
 
Gestärkt durch diesen Imbiss kann man bald darauf wieder den Heimweg antreten und dort stolz den Punkt in der Ellenbeuge und den erhaltenen Stempel im Ausweis präsentieren.
 
Neuspender bekommen übrigens beim ersten Mal nur mehrere Blutröhrchen für eine Laboruntersuchung entnommen (noch keine 500 ml wie bei einer normalen Spende) und erhalten ca. 4 Wochen später ihren Blutspende-Ausweis. Ab diesem Zeitpunkt wird dann jeder Blutspender zu Spenden schriftlich eingeladen.
 
Der DRK-Ortsverein St. Ingbert e.V. führt übrigens einmal im Jahr eine "Blutspender-Ehrung" im entsprechenden Rahmen (mit Presse) und einem anschließenden Imbiss durch, bei der Blutspender für eine bestimmte Anzahl von Spenden eine Urkunde und Anstecknadel erhalten. Ferner gibt es für eine besonders hohe Zahl von Spenden ein entsprechendes Präsent.
 
Weitere Informationen und Blutspendetermine finden Sie unter: http://www.drk-igb.de
 
Veröffentlicht am 08.07.2010 von Norbert Ramelli