Foto: pixabay.com

Zintel Richtung Rekord

DRK St. Ingbert ehrte Blutspender im dreistelligen Bereich

Pfälzer Saumagen und Sauerkraut, dazu Weinpräsente, Urkunden und Ehrennadeln - dem Ortsverein St. Ingbert des Deutschen Roten Kreuzes sind seine fleißigsten Blutspender lieb und teuer. Deshalb lud er sie zu einer Feierstunde ein.

St. Ingbert. Das ist mal eine echte Hausnummer: Für 100 Blutspenden ehrte der St. Ingberter Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes Wolfram Zintel (4. v. l.). Dabei ist der Löschbezirksfuhrer der Freiwilligen Feuerwehr Mitte erst 46 Jahre alt. 50 Liter Blut hat er also schon gelassen, anders ausgedrückt: Mehr als sieben Mal erneuerte Zintels Körper allein wegen der Spenden seinen kompletten Bluthaushalt. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Das riecht nach einem neuen Rekord, der laut Schriftführer Thomas Uhl bei etwa 150 Spenden liegt.

Für seinen Einsatz ehrte das DRK Wolfram Zintel (4. v. l.) mit einer Uhr, einer Urkunde, der Ehrennadel und einer Flasche Wein. „Wir haben entschieden, die Ehrungen nicht mehr so groß zu feiern. Dafür haben wir die Verpflegung während der Spendetermine aufgewertet. Im Oktober gab's zum Beispiel Weißwurst und Brezel“, sagte der Blutspendebeauftragte und zweite Vorsitzende des Ortsvereins, Patrick Eckert (1. v. r.). Wobei: Etwas untertrieben hat er schon, sonst hätte ein Partyservice wohl kaum zwei riesige Behälter mit frischem Sauerkraut und Saumagen geliefert. Das Menü ließen sich Zintel und die Mitglieder des St. Ingberter Ortsvereins natürlich nicht alleine schmecken.

Blutspenderehrung_2012

Sechs weitere geehrte Spender saßen außerdem am Tisch, unter anderem Thomas Uhls Mutter Christel (2. v. r.). Die 70-Jährige erhielt Urkunde, Wein und Ehrennadel für ihre 50. Spende. Doch daran dachte sie nicht, als sie sich in den 90er Jahren erstmals Blut abzapfen ließ. „Ich habe eine seltene Blutgruppe und dachte dass es ganz sinnvoll sei, zu spenden. Es könnte doch mal jemand darauf angewiesen sein.“ Eine Prise Egoismus spielte außerdem eine Rolle. „Das gespendete Blut wird ja auch untersucht und man stellt fest, ob bei mir etwas nicht in Ordnung ist.“So argumentiert auch Margot Gödicke, die das Rendezvous mit der Nadel ebenfalls schon 50 Mal genossen hat. „Es ist praktisch ein Gesundheits-Check.“

Bei Heike Gigli hatte die erste ihrer inzwischen 75 Spenden einen ernsthafteren Hintergrund. „Ich habe angefangen, weil ich meine Blutgruppe wissen wollte. Wir hatten einen Krankheitsfall in der Familie, der Spenderblut benötigte. Dass ich dann dabei bleibe, war für mich selbstverständlich.“ Sie trägt also keine Schuld an der Tatsache, dass das Saarland mit Blutkonserven unterversorgt und auf Importe aus der Pfalz angewiesen ist.

Gerne würde das Rote Kreuz zum nächsten Blutspende-Termin in St. Ingbert ein paar unbekannte Gesichter begrüßen. „Dann“, verrät Eckert, „reichen wir frischen Flammkuchen.“ obe

Der nächste Blutspendetermin des DRK in St. Ingbert ist am Montag, 10. Dezember, von 16 bis 20 Uhr in der Stadthalle, Am Markt 2.